• GregorZ@feddit.de
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    8
    arrow-down
    1
    ·
    edit-2
    1 year ago

    Die gehen durchaus bei so Dingen wie weniger Fleisch essen, das Auto mal stehen lassen etc. mit… oder besser: Die würden mitgehen, wenn es ihnen durch “die da oben” vorgelebt würde.

    Vorgelebt ist das eine. Es muss aber auch kommuniziert werden. Ich bezweifele, dass vielen Menschen überhaupt klar ist, wie viele der Angehörigen des Bundestages etwa Vegetarier sind. Auch dort gibt es einen gesellschaftlichen Wandel. Statt den auch mal aufzuzeigen wird in den Medien genüsslich vorgerechnet, wie viel die Außenministerin fliegt. Ja. Das ist nunmal ihr Job. Die Medien haben hier meines Erachtens die Aufgabe, Dinge einzuordnen und in den Zusammenhang zu bringen.

    Was die Menschen aus diesem Umfeld auch absolut ablehnen ist die aktuelle Asylpolitik: Die Menschen nehmen nur wahr, dass da plötzlich “haufenweise” junge Männer auf der Straße herumlungern, betteln, stehlen und aus purer Langeweile Streit suchen… aber wenn sie auf die Probleme aufmerksam machen werden sie in die rechte Ecke gestellt. Und um das gleich mal vorweg zu nehmen: Diese Klagen habe ich von Menschen gehört die nur in den höchsten Tönen von ihren syrischen, afghanischen oder wasweisichwas Kollegen / Azubis sprechen die in ihrem Betrieb arbeiten oder die Ausbildung machen.

    Ja kann ich aus meinem Umfeld mit vielen einfachen Arbeitern genau so bestätigen. Der einzelne Geflüchtete, den sie kennenlernen ist nett oder doof. Aber eben doch ein ganz normaler Mensch / Kollege etc. Da ist nach meiner Erfahrung echter tief sitzender Rassismuss eher nicht die Motivation. Viel mehr ein diffuses Bedrohungsgefühl. Ich habe viel mit Landarbeitern / Bauarbeitern im Umland von Berlin zu tun. Die waren in ihrem Leben noch nie im Columbiabad und würden da nicht hingehen (warum auch, wenn es im Ort nebenan ein Freibad gibt). Aber jede Entwicklung dort ist ein Zeichen für eine Verrohung durch Menschen, die nicht in X-ter Generation Deutsch sind. Auch hier sehe ich allerdings eine gewisse Verantwortung bei den Medien. Die Zahl der Vorfälle in Berliner Schwimmbädern war dieses Jahr nicht höher als sonst auch.

    Lösung für das Problem? Habe ich keine, wie auch? Wenn 20 - 40 % der Bevölkerung (stelle ich jetzt einfach mal so in den Raum) sagen, dass sie gesellschaftliche Veränderungen ablehnen, wie will man da gegensteuern? Ganzen Bevölkerungsgruppen das Wahlrecht entziehen?

    Ich sehe da weder ein Patentrezept, noch irgendein anderes Rezept. Allerdings scheint individuelle Begegnung ja schon eine Menge zu bringen.